Lexikon – nützliche Infos für Konsumenten

Wenn es um Strom und Gas geht, sind besonders Laien angesichts der zahlreichen Fachausdrücke oft überfragt. Wer genau wissen will, welche Faktoren bei der Stromproduktion und der Energiegewinnung eine Rolle spielen und was Stromversorger auch hinsichtlich der Stromgewinnung zu beachten haben, muss sich mit vielen Informationen auseinandersetzen. Um erste Fragen zu klären oder auch Fachbegriffe näher zu erläutern, die beim Thema erneuerbare Energien immer wieder erwähnt werden, stellt envitra als Ökostromanbieter ein umfangreiches Glossar auf der eigenen Website zur Verfügung, das übersichtlich viele Fragestellungen klären dürfte.

Sekundärenergie

Sekundärenergie entsteht durch Umwandlung und unter Energieverlust aus Primärenergie. Es handelt sich dabei um leicht speicherbare/nutzbare bzw. transportierbare Energieformen wie z. B. Koks, Briketts, Strom oder Heizöl.

Solaranlage

Eine Solaranlage nutzt die Strahlung der Sonne zur Umwandlung in Strom (Photovoltaikanlage) oder Wärme (Solarthermieanlage). In Deutschland sind laut Unternehmensvereinigung Solartwirtschaft (UVS) zur Zeit etwa 200.000 Photovoltaik- und ca. 800.000 Solarthermieanlagen installiert. In den letzten Jahren gab es durch verschiedene Förderprogramme und Gesetze einen starken Ausbau dieser Anlagen (z. B. EEG, Marktanreizprogramm).

Solarenergie

Solarenergie ist die nahezu unerschöpfliche Energie, die durch Kernfusion in der Sonne freigesetzt wird. Experten gehen davon aus, dass dieses Energiepotenzial noch bis zu 4 Milliarden Jahre andauern wird. Schätzungsweise erreicht die Erdoberfläche am Tag das 10.000fache der weltweit benötigten Energie.

Solarenergie kann direkt zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden. Sie ist aber auch für alle anderen Erneuerbaren Energien notwendig. So entsteht Wind durch sonnenerwärmte und kalte Luft (Windkraft). Biomasse wächst nur mit Hilfe der Sonne (Biomasse/Biogas) und Regen fällt nur, wenn auch Wasser an anderer Stelle durch Sonneneinstrahlung verdampft (Wasserkraft).

Solarhaus

Ein Solarhaus zeichnet sich durch die passive und aktive Nutzung der Solarenergie in Verbindung mit einer energiesparenden/gut gedämmten Bauweise aus. Ein Solarhaus kann auch vollständig energieautark sein.

Unabhängig von dem Anteil der Solarenergie an der Energieversorgung des Haushalts zeigt dieser Baustil, dass konventionelle Energieformen durch Erneuerbare Energien ersetzt werden können, ohne dass damit Komforteinbußen verbunden sein müssen.

Solarheizung

Wird für die Raumheizung Solarenergie genutzt, spricht man von Solarheizung. Dabei kann zwischen folgenden Typen unterschieden werden:

  • Passive Solarheizung – das Gebäude wird konsequent nach Süden ausgerichtet, damit der Großteil der Sonnenstrahlen „eingefangen“ werden kann.
  • Aktive Solarheizung – auf dem Dach des Gebäudes wird ein Kollektor installiert, der das Brauchwasser erwärmen und die Heizung unterstützen kann. Mit großen Wasserspeichern ist es sogar möglich, die Wärme für die kalte Jahreszeit zu speichern.

Solarkocher

Die ersten Solarkocher wurden bereits im Auftrag von Napoleon III. für die französischen Kolonialtruppen in Afrika entwickelt. Nach diesen früheren Versuchen wurde die Idee des Kochens mit der Sonne erst wieder in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts weiterentwickelt. Heutzutage sieht man insbesondere in den Entwicklungsländern eine große Chance für die Anwendung der Solarkocher, da viele Familien einen Großteil ihres Einkommens für Brennholz ausgeben und der Raubbau an den Wäldern zu einer fortschreitenden Wüstenbildung führt.

Es gibt eine Vielzahl von Solarkochertypen, die sich in unzähligen Variationen kombinieren lassen. Zwei Techniken sind am weitesten verbreitet:

  1. Die Solarkiste arbeitet nach dem Prinzip eines Treibhauses. Es handelt sich üblicherweise um eine gut isolierte Kiste mit schwarzem Boden und schwarzen Innenwänden. Die Sonne strahlt durch eine Glasabdeckung (möglichst doppelt verglast) ins Innere der Kiste. Wenn die Sonnenstrahlen auf die schwarzen Innenflächen treffen, werden sie absorbiert und in Wärmestrahlung umgewandelt. Da diese Wärmestrahlung die Glasscheiben nicht durchdringen und auch nicht aus der Kiste entweichen kann, steigt die Temperatur in der Kiste kontinuierlich an. Die Kochzeiten sind länger als beim Reflektorkocher und Umrühren und Würzen ist jedesmal mit einem Wärmeverlust verbunden.
  2. Der Reflektorkocher nutzt im Gegensatz zur Solarkiste die direkte Sonneneinstrahlung. Die Sonne fällt auf einen Parabolspiegel (meist aus Aluminium). Die Sonnenstrahlen werden dadurch auf einen Brennpunkt reflektiert, in dem ein mattschwarzer Kochtopf durch eine Halterung angebracht ist. Dieser absorbiert die Sonnenstrahlung, wandelt sie in Wärmestrahlung um und erhitzt sich. Da diese Kocher dem Sonnenstand nachgeführt werden können, kann die Sonneneinstrahlung für diese Art Solarkocher wesentlich besser ausgenutzt werden und Temperaturen von bis zu 300 Grad erzeugen. Bei falscher Handhabung besteht allerdings die Gefahr des Blendens und Verbrennens.

In verschiedenen Programmen der Entwicklungszusammenarbeit (z. B. der GTZ) wurde der Einsatz von Solarkochern intensiv untersucht. Nachteilig für einen breiteren Einsatz wirken sich zur Zeit noch der meist hohe Preis und die oft mangelnde Akzeptanz bei der Bevölkerung aufgrund der veränderten Kochbedingungen (z. B. kann man nicht abends kochen) aus.

Solarmodul

Ein Solarmodul – auch PV-Modul genannt – besteht aus mehreren hintereinander angeschlossenen Solarzellen. Die Solarzellen sind in der Regel zwischen Glas- oder Kunststoffscheiben eingebettet, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen. Ein Metallrahmen (Aluminium) hält das Modul zusammen und ermöglicht zusätzlich die Montage auf einem Dach oder Trägergestell. Für eine Photovoltaik-Anlage werden überlicherweise mehrere Solarmodule aneinander geschlossen. Die Modul-Leistungsgarantien der Hersteller betragen zur Zeit 20 bis 25 Jahre.

Solarstrom

Als Solarstrom wird der Strom bezeichnet, der mit Hilfe einer Photovoltaik-Anlage aus der direkten Sonneneinstrahlung gewonnen wird.

Solarzelle

Solarzellen bestehen aus Silizium und wandeln Sonnenlicht direkt in Strom um. Werden mehrere Solarzellen hintereinander angeschlossen, so entsteht ein Solarmodul, das für den Bau von Photovoltaik-Anlagen eingesetzt wird.

Sonnenenergie

Siehe Solarenergie.

Sonnenstunden

Mit Sonnenstunden bezeichnet man im Allgemeinen die Stunden direkter Sonnenstrahlung mit mindestens 0,2 kW/m². Die durchschnittlichen Sonnenstunden pro Jahr betragen in Deutschland etwa 1.300 bis 1.900 h. Die unteren Werte sind zumeist in Mitteldeutschland (Nordrhein-Westfalen, Nordhessen, Südthüringen, Südsachsen) zu finden, hohe Werte trifft man in Norddeutschland an und die höchsten Werte treten in Süddeutschland auf.

Speicherkraftwerk

Siehe Pumpspeicherkraftwerk.

Spitzenstrom

Spitzenstrom wird benötigt, wenn zu bestimmten Tages- und/oder Jahreszeiten ein besonders hoher Strombedarf entsteht, z. B. an besonders kalten Tagen oder auch – regional – bei Großveranstaltungen. Spitzenstrom wird in der Regel von Pumpspeicherkraftwerken zur Verfügung gestellt und ist wesentlich teuerer als regulärer Strom.

Stand by

Stand by bezeichnet die Bereitschaftsschaltung vieler elektrischer/elektronischer Geräte. Diese Schaltung ermöglicht es, z. B. den Videorekorder oder den Fernseher mit einer Fernbedienung einzuschalten und nicht den regulären An-/Aus-Schalter benutzen zu müssen. Dieser Bedienungskomfort hat allerdings zur Folge, dass unnötig Energie verbraucht wird. Schätzungsweise könnten durchschnittlich pro Haushalt ca. 90 Euro im Jahr eingespart werden, wenn Stand by-Schaltungen konsequent abgeschaltet würden.

Stromeinspeisevergütung

Siehe Einspeisevergütung.

Stromkennzahl

Die Stromkennzahl kennzeichnet das Verhältnis von Strom zu Wärme bei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

Systemwirkungsgrad

Der Systemwirkungsgrad einer solarthermischen oder PV-Anlage beschreibt das Verhältnis von eingespeister zu eingestrahlter Energie. Energieverluste durch z. B. Speicher und Rohrleitungen werden hier berücksichtigt.


 

Energiefragen schnell und übersichtlich klären

Sie können mit einem bestimmten Begriff, der beim Thema Energiegewinnung fällt, nichts anfangen und möchten auch als Laie verstehen, worum es hier eigentlich geht? Mit dem envitra Strom und Gas Lexikon dürfte das kein Problem mehr sein. Im Glossar finden Sie zahlreiche Erläuterungen zu Begrifflichkeiten wie beispielsweise Biomasse, Ökosteuer, Ozon oder auch zum Thema Erdgas sowie Infos zur Wärmeschutzverordnung. Alle Themen sind dabei natürlich nach dem Alphabet sortiert, damit Sie möglichst schnell an die gewünschten Informationen gelangen, um Ihr Wissen um das Thema Strom und Gas zu erweitern.

Alle relevanten Infos auf einen Blick

Als Versorger für Ökostrom und Klimagas möchten wir natürlich auch, dass die Nutzer unserer erneuerbaren Energien immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Dazu zählt eben auch, dass wir Sie dabei unterstützen, sich intensiver mit dem wichtigen Energiethema auseinanderzusetzen. Gerade Konsumenten, die sich bewusst für die klimafreundlichen Energien entscheiden, zeigen oft ein reges Interesse für Themen rund um die Energiegewinnung sowie Versorgung und die aktuelle Gesetzeslage. Unser Glossar stellt daher eine gute Möglichkeit dar, um sich als Laie verständlich mit dem sehr komplexen Thema auseinanderzusetzen und so auch besser abschätzen zu können, warum der Umstieg auf ökologische Energien für Sie und die Umwelt sinnvoll ist.

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